Einfach mal „Ja“ sagen

Das „Ja … und …“ Spiel als Schlüssel für eine positivere Lebenseinstellung

Bezeichnenderweise komme ich im Alltag mit vier Kindern häufig nicht dazu, die FLOW Magazine zu lesen. Dabei merke ich beim Schmökern in den alten Ausgaben während des Urlaubs, wie gut mir diese Zeitung tut. In jeder FLOW gibt es mindestens einen Artikel, der mich inspiriert.

In der Ausgabe 31 von Februar 2018 bekam ich inspirierenden Input durch das Interview mit dem Niederländer Berthold Gunster. Er ist Theatermacher. Regisseur und Autor und Firmengründer der Firma Umdenken.

Was genau war es, was also bei mir Klick gemacht hat? Die Idee für das „Ja …und…“ Spiel aus dem Improvisationstheater.

Vermutlich bin ich gerade als Organsiationssäule der sechsköpfigen Familie besonders befallen mit dem Nein-Virus. Ohne nachzudenken sage ich auf nahezu alle Vorschläge der Kinder oder meines Mannes erstmal „Nein“.

Warum? Vermutlich aus kompletter kognitiver und organisatorischer Überlastung. Ständig habe ich das Gefühl, dass jede Veränderung, jede zusätzliche Aktivität, jede neue Aktion das gefühlte Chaos vergrößert und genau dadurch das Fass zum Überlaufen gebracht wird. Schwapp – das gesamte Organisationskartenhaus plus meiner letzten Kräfte einfach so überschwemmt.

Was macht aber das ständige Nein-Sagen mit meiner Beziehung zu den Familienmitgliedern und dem Familienleben?

Es ist Gift. Es lässt das Zusammenleben auf einen ausgefeilten logistischen Organisationsprozess schrumpfen. Ohne Platz für Pfützen, Regenbogen und Sternenstaub. Und das ist doch wirklich schade. Denn nicht nur jede Kindheit – auch ein Erwachsenenleben sollte Raum haben für spontane Aktionen der Lebensfreude.

Wie aber komme ich raus aus der Nein-Falle?

Ich werde es mit dem „Ja… und…“ Spiel versuchen. Losgelöst als abstraktes Spiel geht das gemäß Interview in der o.g. FLOW so: Eine Frage wird gestellt, auf die auf jeden Fall mit „Ja“ geantwortet werden muss. „Nein“ oder auch „Ja, aber…“ gilt nicht.

Ein plakatives Beispiel ist: „Du bist ein Delfin, oder?“ -„Ja, ich bin ein Delfin und schwimme durch denn türkisfarbenen Ozean.“ Natürlich ist das ein sehr lebensfernes Beispiel, welches ein Dialog aus dem Theater sein könnte. Es hilft jedoch, die Wirkung zu verdeutlichen, denn gerade im Improvisationstheater wäre ein „Nein“ pures Gift und würde jede Entwicklung einer Geschichte unterdrücken.

Und wie bekomme ich das Spiel aus der Theaterwelt in den Alltag?

Das Umdenken bei diesem Spiel besteht darin, dass erst einmal jedes Problem, jeder Vorschlag, jede Veränderung bejaht wird. Ich stelle mir das so vor. Zum Beispiel könnte mich Lena fragen, ob ihre Freundin bei uns schlafen darf. Die Nein-Falle würde jetzt sofort im Affekt „Nein!“ antworten. Einfach ohne Nachzudenken als selbstschützende Abwehrhaltung, um ja das Fass nicht zum überlaufen zu bringen. Mit dem „Ja… und…“ Spiel könnte ich nun ganz bewusst antworten: „Ja gerne kann deine Freundin bei uns übernachten, und wir machen uns einen gemeinsamen Filmeabend mit viel Popcorn.“

Das bewusste Ja-Sagen als Chance für mehr Abwechslung im Alltag

Ich werde es ausprobieren. Vielleicht werde ich mich fragen, warum ich zu einigen Dingen Ja gesagt habe. Vielleicht werde ich mich häufig ärgern, weil der Affekt groß war und die Nein-Falle zugeschnappt ist. Vielleicht werde ich auch mal in das Buch von Gunster reinschmökern, um mir noch mehr Inspiration zu holen. Auf jeden Fall sage ich „Ja“ zum „Ja…und…“-Spiel, und werde mich von dem Ergebnis überraschen lassen.

-Janina

Zum Weiterlesen*:


Vielleicht gefallen dir auch diese Beiträge:

Wie ich lernte, perfekte Pfannkuchen zu machen

Erstausstattung – 6 Dinge, die wir beim 4. Baby wirklich brauchen

Die besten Beschäftigungsspiele für Kinder – das Ranking


Schau doch mal im ab3istallesegal.de Spreadshirt-Showroom vorbei. Hier gibt es den Kult-Baby Body I bims, 1 Baby

Body I bims, 1 Baby


*Dieser Artikel enthält Affiliate Links für amazon.de. Wenn du über einen Link ein Produkt bei amazon.de kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich entstehen keine Mehrkosten, aber du unterstützt dadurch meinen Blog. Danke für deine Unterstützung.

3 Replies to “Einfach mal „Ja“ sagen”

    1. Ja, ich versuche es. Es klappt nicht immer, auf die Vorschläge der Familienmitglieder mit „Ja“ zu antworten. Oft falle ich in das automatisierte Verhaltensmuster zurück erst einmal „Nein“ zu sagen und dann nachzudenken.
      Gewohnheiten lassen sich nur in kleinen Schritten ändern und so freue ich mich sehr, wenn ich es jeden Tag einmal schaffe, ganz bewusst „Ja“ zu sagen.
      Vielen Dank für deinen Kommentar und so der Reimender für mich wieder bewusster aufs „Ja“-Sagen zu achten 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.