Milch läuft aus. Und nun?

Frage Nr. 6 #50fragenzumstillen

Milch läuft aus. Und nun?

„Das mit dem Stillen funktioniert ja ganz gut, aber hinterher bin ich immer nass! Meine Milch läuft aus!“

Wenn das Baby an der Brust trinkt, wird der sogenannte Milchspendereflex ausgelöst. Der Reflex lässt die Milch fließen. Leider anfangs nicht nur auf der aktiven Seite, an der das Baby trinkt, sondern auch an der Brust, an welcher das Baby gerade nicht trinkt: Die Milch läuft aus und du bist nass.

Schuld ist der Milchspendereflex

Funfact an dieser Stelle: Der Milchspendereflex kann ausgelöst werden, wenn Sie Ihr Baby weinen hören, wenn Sie mit dem Baby kuscheln, wenn Sie an ihr Baby denken, ohne Grund auch an der Supermarktkasse, in der Sauna, beim Sex und in zahlreichen anderen unpassenden Situationen.

Um nicht jedes Mal komplett nass zu werden und nach saurer Milch zu riechen, gibt es viele Möglichkeiten, mit dem Milchspendereflex umzugehen. 

Milch läuft aus. Und nun?

Der Klassiker: Die Stilleinlage

Stilleinlagen gibt es als Einwegprodukt in einfacher Ausführung oder mit super Saugkern. Letztere halten ziemlich viel Milch aus, ohne zu nässen (wie Wegwerfwindeln für Babys). Die einfacheren Einlagen saugen nicht so viel Milch auf und fühlen sich schnell nass an. Je nach dem, wie viel Milch bei dir ausläuft, eignet sich das eine oder andere Produkt. 

Es gibt auch Stilleinlagen zum Waschen. Diese eignen sich gut, wenn nicht so viel Milch fließt, und sind die ökologischere Alternative.

Stilleinlagen, egal welcher Art, eignen sich besonders für unterwegs. 

Der Lifehack: So läuft die Milch nicht mehr aus.

Um zu verhindern, dass aus der nicht angedockten Brust Milch fließt, kannst du mittig auf die freie Brust drücken, wenn das Baby anfängt zu trinken. Es ist gar nicht notwendig, die ganze Zeit des Stillens zu drücken. Die erste halbe Minute reicht häufig schon aus.

Dieser Trick eignet sich besonders für zu Hause. Wer fasst sich schon gerne selber in der Öffentlichkeit an die Brust? Als frischgebackene Mutter war mir vieles egal, also habe ich es auch unterwegs in Kauf genommen, etwas freaky auszusehen. Möglichst unauffällig drückte ich mir auf die nicht Milch gebende Brust. Das war mir lieber, als dass ich auf einmal mit einem nassen Fleck am Shirt dastand. Wenn man hierzu den Unterarm nimmt, fällt das gar nicht so auf und der Druck funktioniert mit etwas Übung auch durch mehrere Shirt-Schichten. Ja, man kommt sich etwas seltsam vor, aber besser als sich obenrum einzunässen, oder?

Der praktische Ansatz für zu Hause

My home is my castle. Hier bin ich mit einem Neugeborenen in meiner Wohlfühlzone. Also stopfe ich mir zwischen Brust und Klamotten, was gerade vorhanden und vor allem auch gewaschen ist. Zum Beispiel ein Spucktuch oder einen Waschlappen.

Die Mullwindel alias Spucktuch. Der Retter in der Not.

Zu Hause lief bei mir in den ersten Monaten das Stillen so ab, dass ich ein Mulltuch nahm, mir dieses zusammengefaltet (oder geknüllt) zwischen Brust und Shirt gelegt habe und die andere Seite unter die Brust, an der gestillt werden sollte. Denn bei sehr kleinen Babys läuft schon mal Milch beim Stillen an der Brust runter. So konnte ich mit einem Mulltuch an beiden Brüsten sämtliche Milch auffangen, die nicht im Baby gelandet ist. Unterwegs habe ich häufig auf Stilleinlagen zurückgegriffen. 

Milchauffangschalen. Wenn schon Milch läuft, dann nicht verschwenden.

Milchauffangschalen sind tagsüber wunderbar, um während des Stillens die auslaufende Milch der nicht mit Baby belegten Brust aufzufangen. Die Milch sollte man nicht unbedingt füttern. Sie ist in der Regel „zu dünn“. Sie eignet sich wunderbar als Badezusatz oder zum Einfrieren, um später Babybrei anzurühren.

Ein Becher am Stillplatz, in den die Schale geleert werden kann, ist praktisch. Achtung, wenn es keine Kleinkinder im Haus gibt. Dann verzichte ich lieber auf den Becher Milch am Sofa und leere die Milchauffangschale in der Küche. Bis dahin bloß nicht bücken!

Die peinlichen Tücken der Milchauffangschale

Vergessen, dass die Milchauffangschale an der Brust ist, sollte man nicht. Leider ist mir das oft passiert und dann war ich nass. Am peinlichsten war es, als wir mit dem vier Wochen alten ersten Kind bei Freunden zu Besuch waren. Ich beugte mich über den Sofatisch und vergaß, die „Brustwarzenbelüftungsschale“, die einen ähnlichen Effekt hat, wie die Milchauffangschale. Ein Schwall Muttermilch ergoss sich über die Kaffeetafel und unsere kinderlosen Freunde fragten interessiert, wie das anatomisch möglich sei. 

Die Milch läuft aus. Auch nachts.

Nachts trocken zu schlafen kann eine Herausforderung sein. Liegend bleiben die Stilleinlagen leider nicht dort, wo sie hingehören. Das ist schon mal Mist. Kleine Handtücher, gefaltete Mulltücher oder Ähnliches eignen sich gut, um in die zum Stillen geeignete Schlafkleidung gelegt zu werden, aber auch diese verrutschen. Beim ersten Kind habe ich mit BH geschlafen. Das ist nicht nur unbequem, sondern nicht förderlich für eine natürliche Regulierung der Milchmenge. Eine 24 Stunden am Tag eingequetschte Brust hat Schwierigkeiten, richtig auf den Milchbedarf des Babys zu reagieren.

Wenn du das Problem mit der auslaufenden Milch in der Nacht nicht kennst, brauchst du nur einen Auslaufschutz, in dem Moment, wenn du stillst. Hierfür funktioniert zum Beispiel eine Stilleinlage, die fürs Stillen an die andere Brust gelegt wird. Ich habe diese unter dem Kopfkissen gelagert und nach Bedarf hervorgekramt. Aber was habe ich das blöde Ding nachts schon gesucht! Vielleicht fällt dir ja eine bessere Möglichkeit ein. Bitte lass es mich wissen!

Milch läuft aus: Der Lichtblick.

Am Anfang kann das Stillen eine nasse Angelegenheit sein. Es gibt jedoch einen Lichtblick: Je länger du stillst, desto weniger läuft die Milch aus. Versprochen!

-Janina


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